Unser Ansatz

 

 

Der Ausgangspunkt für unsere Arbeit ist die Ansicht, dass Macht- und Herrschaftsverhältnisse sich auf den intimsten Winkel unseres Lebens auswirken, sogar bzw. insbesondere auf unsere Körper und (A_)Sexualitäten. Hier zeigt sich auffallend deutlich, wie sehr Individuum und Gesellschaft miteinander verknüpft sind und wie stark (vermeintlich) Privates und Politisches verschmelzen.

 

In diesem Sinne geht es uns bei unseren Workshops und Vorträgen nicht nur um das analytische Erfassen und Kritisieren von Herrschaftsverhältnissen, sondern auch um das unmittelbare Erleben in unseren Körpern. Denn die Fesseln der Scham sind nichts, was wir nur mit unserem Intellekt bezwingen können!

Gemeinsam wollen wir erforschen, inwiefern wir gesellschaftliche Normen und Diskriminierungen verinnerlicht und verkörpert haben; wie Schamgefühle über unsere Körper und Lüste unser Handeln beeinflussen können; und welche Wege wir gehen, um Un-/Lust, Intimität und Verletzlichkeit möglichst frei und selbstbestimmt leben zu können.

Unsere Vorträge: Lustvolle Sexuelle Bildung!

 

 

Unsere Vorträge finden meistens abends statt - mal mit einer Limo in der Kneipe, mal in der Universität, mal kommen wir Online per Zoom-Konferenz zu euch aufs Sofa. Wir erzählen von unserer Workshoparbeit, unserer intersektional gedachten Gesellschaftskritik und vor allem sprechen wir unverschämt über Vulven und deren Flüssigkeiten.

 

Anhand anatomischer Abbildungen,  (kunstvollen) Zeichnungen und Fotos lassen wir euch an unserem Wissen über Vulven und vulvarische Flüssigkeiten teilhaben!

Unsere Vorträge sind interaktiv gestaltet: Ihr könnt uns jederzeit Fragen stellen und von euren eigenen Erfahrungen erzählen. Während und nach unserem Input planen wir Zeit für Austausch und Gespräche ein - verletzlich, ehrlich und freudvoll.

Denn sexuelle Bildung kann Spaß bringen, neugierig auf mehr machen und selbstermächtigend sein!

 

Was genau passiert in unseren Workshop?

Wir finden uns in einer Gruppe von 6 bis 18 Workshopteilnehmenden an einem sicheren und gemütlichen Ort zusammen und nehmen uns gemeinsam mehrere Stunden Zeit für unsere Körper. Wir erforschen z.B. mit Spiegel und Spekulum unsere Genitalien, zeigen sie uns manchmal sogar gegenseitig, tauschen uns über unsere Erfahrungen aus, reden über Scham und Verletzlichkeit oder erkunden unsere Körper und Genitalien mit (Selbst-)Massagen.

 

Deine Selbstbestimmtheit und Bedürfnisse sind uns wichtig!

Wir betonen, dass jede Workshopeinheit als Einladung formuliert sein wird und Du in jedem Moment frei bist etwas anderes oder gar nichts zu tun. Denn Du musst in unseren Workshop gar nichts, aber du darfst! :) Was in welchen Moment für dich richtig ist, entscheidest allein Du und wir unterstützen Dich gerne dabei, herauszufinden was das sein kann.

 

Kribbeln, Neugier, Angst, Unsicherheit? – Schreib uns!

Wenn du Fragen, Zweifel oder Anregungen hast, oder wenn du dir noch unsicher bist, ob der Workshop für dich gerade das Richtige ist und das Kribbeln, die Neugier oder die Angst so groß ist, dass du gerne mit uns drüber sprechen möchtest, dann können wir gerne im persönlichen Austausch und ganz unverbindlich gemeinsam schauen, wo du stehst, was du brauchst und ob das Programm gerade für dich passt oder nicht.

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Workshops für FLINTA*

Während unsere Vortrags- und Gesprächsabende offen für alle Interessierten sind, sind viele unserer Workshops ausschließlich für FLINTA*. FLINTA* ist eine Abkürzung und steht für: Frauen, Lesben, intergeschlechtliche Personen, trans Personen, nicht-binäre und agender Menschen. Das Sternchen hinter der Abkürzung FLINTA* steht für weitere nicht explizit benannte (Geschlechts-)Identitäten, die sich dieser Gruppe zugehörig fühlen.

Wenn wir Workshops ausschließlich für FLINTA* anbieten, bedeutet das auch, dass cis-Männer nicht erwünscht sind. Das Adjektiv „cis“ bezeichnet Menschen, die sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, identifizieren. Wenn wir also cis-Männer aus einigen unserer Workshops ausschließen, dann versuchen wir damit einen möglichst sicheren Raum – einen „safer space“ für FLINTA* zu schaffen. Dieser Raum ist allerdings lediglich sicherer als andere öffentliche Räume und nicht „absolut sicher“. Denn auch FLINTA* verhalten sich leider diskriminierend. In unseren Workshops achten wir in einem fehlerfreundlichen Ambiente darauf, dass z.B. rassistisches, patriarchales, homo- oder transphobes Verhalten vermieden bzw. kritisch reflektiert wird und Betroffene Solidarität und Verbündetenschaft erfahren.

Unsere Workshops, in denen wir Vulven und Genitalien von FLINTA* erkunden oder massieren, setzen eine Wichtigkeit darauf, wertschätzend, liebevoll und zelebrierend mit Vulven und Genitalien umzugehen, ohne dabei geschlechtliche Identitäten festzuschreiben oder über Genitalien zu definieren. Denn nicht alle Frauen haben Vulven und nicht alle Vulven sind Frauen! Egal was euer Genital für euch ist, ob Vulva, vulva-ähnlich, Clitdick oder Dickclit, Makro-Klitoris oder Penis*, Möse, Pussy, Yoni oder eure ganz eigene Bezeichnung, ihr entscheidet selbst, ob ihr zum Workshop kommen wollt oder nicht!

Wenn Du dazu noch Fragen hast oder uns schon vorab Deine Bedürfnisse für deine Workshopteilnahme mitteilen möchtest, schreib uns gerne eine Mail!

Wir haben erlebt, dass die Workshopgruppe ein Ort des Kollektivs ist, in dem Scham und Angst transformiert werden und in dem das Unmöglich geglaubte möglich wird. Dieser Ort ist für uns ein Ort des empowerments. Ein Ort, der bestärkt und beglückt und ein Schritt zu (sexueller) Freiheit und liebevoller Selbstbestimmung ist.